"Da muss man nicht mehr extra zur Bibliothek fahren!" - Einblick in die digitale Nachbetreuung

Die bundesweiten Schließungen der öffentlichen Einrichtungen und damit der Orte, wo die Nachbetreuung stattfindet, legten uns Steine in den Weg der persönlichen Begleitung. Uns war wichtig, dass wir die Jugendlichen in dieser heißen Phase von Schulabschluss und Ausbildungsplatzsuche nicht allein lassen. Wenn nicht so, dann eben anders - und trotzdem immer persönlich!


Den ersten Stein, den wir zu schleppen hatten, stellte das Abklären der technischen Ausstattung der Jugendlichen dar - die Telefone liefen heiß, bei uns in Hamburg wie auch in den Regionen.


„Man musste jeden einzelnen Jugendlichen einzeln ins Boot holen, jeden abchecken, ob digitale Nachbetreuung überhaupt möglich ist.“ (Teamerin)


Dank unserer überregionalen Förder-Partner hatten wir zu Beginn des Jahres die Möglichkeit, uns 40 Chromebooks anzuschaffen - so können wir den Jugendlichen bei Bedarf die notwendige Ausrüstung leihen (Chromebook, Maus und bei Bedarf auch Wlan-Router).


Das für Bildungseinrichtungen entwickelte “G Suite for Education” als Infrastruktur ermöglichte uns im März zügig und unkompliziert, die Nachbetreuung komplett auf digital umzustellen:

In Google Classroom hat jede Gruppe ein eigenes “Klassenzimmer”, hier ist ihr Materialpool, es können Aufgaben gestellt und Ergebnisse ausgetauscht werden.


Das Video- und Gruppen-Tool “Hangout Meet” (vergleichbar mit dem derzeit auch vielfach verwendeten Zoom) wurde zum neuen Ort der Begegnung. Diese für uns manchmal gewöhnungsbedürftige Art, sich in 2D zu sehen, war teilweise sogar Anlass zur Freude:


Da muss man für die Nachbetreuung nicht mehr extra zur Bibliothek fahren.“ (Teilnehmerin)





Die digitale Welt bietet neue Möglichkeiten, die wir uns kreativ erschließen, damit die Angebote trotz 2D passend zu unserer Haltung werden.


  • „Bildschirm teilen“-Funktion für schnelle, anschauliche Erklärungen und gemeinsame Recherchen

  • Zeichen-Pads für ein digitales Whiteboard

  • Online Tools zur gemeinsamen Bearbeitung

  • Dokumente können von mehreren Seiten gelesen, kommentiert, korrigiert werden


Wir arbeiten in allen Regionen mit tollen Studierenden, die kreativ und neugierig mit uns an den Alternativen basteln. Wir kreierten für jede Region einen regelmäßig wechselnden Wochenplan mit Angeboten, um die Jugendlichen weiterhin schulisch zu unterstützen, beruflich zu orientieren und außerschulisch zu bestärken. Die Jugendlichen werden von uns an die neuen Tools herangeführt - auch hier braucht es für die Familien und für die Jugendlichen einen intensiven telefonischen Kontakt, damit alle im Boot sind.


Inzwischen bieten wir als Team der Phase BE auch überregionale Inputs an. Und wir beziehen unsere Absolvierenden mit ein - auch sie stehen in diesen Wochen vor ihren Prüfungen, suchen Ausbildungsplätze und sind ebenso verunsichert wie wir alle.


Die Freude, dass sich alle in der bekannten Gruppe weiter sehen konnten, war groß:


„Man kann die ganzen Leute sehen und man kann sich unterhalten“ (Teilnehmerin).

„Zeit und Raum verblasst und egal wo man sich befindet, man kann nun auch die ganze Phase BE erkunden.“ (Teamerin)


Durch die Videokonferenzen aus den eigenen/privaten Wohnräumen kam eine Nähe trotz Distanz zustande. Gemeinsam einen Ausbildungsplatz suchen, gemeinsam Kochen, gemeinsam Rechnen.


„Man ist ziemlich flexibel. Du kannst kommen wann du möchtest, gehen wann du möchtest und man kann Unterrichte überspringen.“ (Teilnehmer)


Wir sind froh, dass wir die technischen Möglichkeiten und das Know-how im Team haben und machen mit allen Jugendlichen, die sich engagieren wollen, individuell und in den Gruppen das Beste aus der Situation.

Aber: Die Möglichkeiten zum Über-Die-Schulter-Schauen oder die spontanen, notwendigen Gespräche fehlen.


„Mal eben vor der Tür quatschen, oder auch mal ein Eis essen gehen, wenn ein Jugendlicher etwas auf dem Herzen hat“ (Teamerin). Dies geht nun nur über Anrufe. „Schade ist, dass man sich nicht mehr persönlich sehen kann“ (Teilnehmer).


Wir freuen uns auf die sicher wiederkehrenden 3D-Momente mit Jugendlichen. Wir werden die digitalen Möglichkeiten, die wir uns in dieser Zeit erschließen, aber auf jeden Fall weiter nutzen - wie man sieht, brauchen wir alle Skills in diesen Bereichen - auch das gehört mit zu einer gelungenen Berufsorientierung!



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